Foto: Victor Geißler
(Victor Geißler)
Ringeln statt Fällen: Schonende Bekämpfung invasiver Arten
Am vergangenen Samstag fand im Rahmen des Interreg-geförderten Elbauenprojekts ein Pflegeeinsatz zur Erhaltung des Weichholzauenwaldes in der Elblache Stetzsch statt. 18 engagierte Ehrenamtliche leisteten einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieses seltenen Lebensraums.
Von der Theorie zur Praxis: Knospenbestimmung im Auwald
Eine große Herausforderung bei dieser Aktion war die winterliche Pflanzenbestimmung: Im laubarmen November mussten die Freiwilligen lernen, Eschen-Ahorn anhand seiner Knospenmerkmale von der Esche zu unterscheiden, denn diese sollte nicht ausversehen dem Messer zum Opfer fallen.
Bevor es an die eigentliche Arbeit ging, erhielten alle Teilnehmenden eine praktische Einführung in den Umgang mit Ringelketten und Ziehmessern. Bei der geplanten Teilringelung soll ein handbreites Stück Rinde stehen bleiben, was erst im folgenden Sommer entfernt wird.Mit der naturverträglichen Methode des Ringelns wurden anschließend über die gesamte Fläche verteilt ausgewählte Eschen-Ahorne behandelt. Durch das Ringeln wird die Nährstoffversorgung unterbrochen und der Baum stirbt langsam ab. So entsteht schonend Raum und Licht für typische Auenarten wie Weiden und Pappeln, die durch den invasiven Neophyten zunehmend verdrängt wurden. Das stehende Totholz kann im Wald verbleiben und Lebensraum und Habitate für Vögel, Insekten und Pilze bieten.
In der gemeinsamen Mittagspause wurde der Blick über die unmittelbare Arbeit hinaus geweitet: In einem kurzen Vortrag ging es über die ökologische Bedeutung der Auwälder, die historische Flussbegradigung der Elbe und die lange und enge Beziehung zwischen der Stadt Dresden und ihrem Fluss.
Unerwartete Funde im Auwald
Was die Freiwilligen bei ihrer Arbeit entdeckten, zeichnet ein ambivalentes Bild: Während sie konzentriert die Eschen-Ahorne behandelten, stießen sie immer wieder auf illegal entsorgten oder angeschwemmten Müll. Die traurige Bilanz: große Mengen Abfall, darunter – wie schon bei früheren Einsätzen – ein ausgedienter Kühlschrank. Der Abtransport erfolgt dankenswerterweise durch das Stadtbezirksamt Cotta.
Das Naturschutzgebiet Elblache Stetzsch ist ein wertvolles Feuchtgebiet und FFH-Gebiet, das Lebensraum für viele seltene Pflanzen und Tiere bietet. Durch regelmäßige Pflegeeinsätze wie diesen wird die Regeneration der natürlichen Auenvegetation unterstützt und die Biodiversität in diesem einzigartigen Lebensraum gefördert.
Unser Dank
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden für die tatkräftige Unterstützung und das große Engagement! Die Aktion zeigt, dass praktischer Naturschutz gemeinsam funktioniert und Spaß macht.
Die Pflegeeinsätze in der Elblache Stetzsch sind Teil unseres Engagements im Interreg-geförderten Elbauenprojekt für den Schutz wertvoller Flussökosysteme. Die regelmäßigen Arbeiten tragen dazu bei, den wertvollen Weichholzauenwald zu erhalten. Nur eine intakte Auenlandschaft kann ihre wichtigen Funktionen für Hochwasserschutz, Biodiversität und Erholung erfüllen.
Du möchtest bei unserer nächsten Aktion dabei sein? Schreib uns gerne eine E-Mail an naturschutz(at)bund-dresden.de oder unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende an die Regionalgruppe des BUND Dresden.