Bericht zum BUNDtes Bergwiesencamp 2025

31. August 2025 | Naturschutz, Praktischer Naturschutz, Bergwiesencamp

Foto: BUND Dresden

Ende August 2025 war es wieder soweit: Eine bunt gemischte Gruppe aus naturschutzinteressierten Menschen machte sich aus Dresden, Berlin, Bielefeld und Co. per Zug und Bus auf ins schöne Oberwiesenthal. Bereits zum 11. Mal sollten dort schützenswerte Bergwiesen im Zechengrund mit der Sense gemäht werden.

Schon während der Anreise entstanden gute Gespräche und erste Gelegenheiten zum Kennenlernen. Nach einer kurzen Wanderung zur Naturbaude Eschenhof empfing uns das BUND-Campteam Stefan, Victor und Manuel herzlich. Zunächst bezogen wir unsere gemütlichen Zimmer, bevor wir uns auf einer Bergwiese bei einem Picknick stärkten. Mehrere Kennenlernspiele folgten, dann gab Stefan interessante Einblicke in die heimische Flora sowie die Hintergründe und Schutzziele des geplanten Pflegeeinsatzes. Anschließend wanderten wir in den Zechengrund zu den Pflegeflächen und transportierten auch unsere Werkzeuge und Ausrüstung in das Basislager für die nächsten vier Einsatztage.

Nach einer Einweisung zum Arbeitsschutz erhielten wir von Sensenexperte Lars Lange von Senseingenious eine Schulung zu dem traditionellen Gerät und dessen Benutzung. Individuell passte er die Sensen für uns an. Mit großem Elan starteten wir dann die in den verbleibenden Nachmittag, bevor die Wanderung zurück zur Unterkunft anstand. Ein leckeres Abendessen, eine kurze Feedbackrunde und eine Präsentation von Stefan über den Zechengrund rundeten den Tag ab. Geschafft, aber zufrieden, fielen wir schließlich in unsere Betten.

Den zweiten Tag verbrachten wir vollständig auf den Flächen. Pausen und eine kleine Exkursion über die Wiesen lockerten die Arbeit auf. Dabei stellte uns Stefan begeistert wertvolle Funde vor: das sehr seltene und streng geschützte Alpenweißzüngel, das fleischfressende Fettkraut und riesige Mengen an Thymian, dessen Bestände sich durch den Erfolg der BUND-Pflege deutlich erholt haben. Zu Besuch kam auch eine Gruppe des Naturschutzzentrums Erzgebirge, die uns tatkräftig bei der Pflege unterstützte und von ihren vielen Aktivitäten in der Region berichteten. Später kamen auch weitere helfende Hände von Einheimischen dazu, denn der BUND hatte diesen Nachmittag als öffentlichen Einsatz beworben.

Die Arbeit mit Sense, Rechen und Heugabel ging uns zunehmend besser von der Hand. Viele Belohnungen – das Geräusch der durch die Wiese rauschenden Sense, der Duft von Thymian und anderen Kräutern, Grashüpfer oder flüchtende Eidechsen – ließen die Anstrengungen fast vergessen. In den letzten Stunden sorgte ein Sommerregen für willkommene Abwechslung, erschwerte aber auch die Arbeit in der steilen Wiese und die Wanderung zurück zur Unterkunft. Der Abend klang gemütlich beim Schwatz und mit Spielen aus.

Aufgrund von anhaltendem Regen zu Beginn von Tag drei wanderten wir zunächst durch den Schönjungferngrund auf den Fichtelberg. Dabei erzählte Stefan viel Interessantes über die spezielle Vegetation in dem kleinen Naturschutzgebiet. Fast am Gipfel waren wir mit dem Revierförster verabredet, der uns über seine Arbeit zum Waldumbau und Schwierigkeiten mit dem Skitourismus erzählte. Nach einem kurzen Imbiss im Eschenhof ging es dann wieder zu den Flächen, wo mit immer besserer Technik gute Fortschritte erzielt wurden.

Tag vier verbrachten wir – verstärkt durch weiteren Besuch – wieder vollständig auf den Flächen. Bei bestem Wetter schafften wir es, fast alles zu mähen und zu räumen, was geplant war. Ein Highlight des Tages war die Sichtung einer Kreuzotter. Ausgepowert, aber hochzufrieden, wanderten wir zurück zur Unterkunft. Den Abend verbrachten wir nach dem Essen und einer Feedbackrunde am Lagerfeuer.

Sonntag war dann der Tag des Abschieds – vom schönen Erzgebirge und auch voneinander. Für alle war es eine tolle Erfahrung und ein großartiges Gemeinschaftserlebnis, zusammen in so schöner Landschaft etwas zum Schutz und Erhalt der Natur zu tun. Obwohl es körperlich intensive Arbeit war und sich die meisten vorher nicht kannten, fühlte es sich rückblickend wie ein kleiner Urlaub mit Freunden an.

Ein großer Dank geht an alle, die durch Organisation, Förderung  oder Teilnahme dieses Sensencamp erst möglich gemacht haben.

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