Der Naturschutzeinsatz am 1. März in der Elblache Zschieren war ein voller Erfolg. Gemeinsam haben wir den Schwarzpappelbestand fit für den Frühling gemacht und dabei jede Menge über Biber, Auenwälder und Hochwasserschutz gelernt.
Erst die Biber, dann die Arbeit
Bevor es mit der Arbeit richtig los ging, gab es einen kleinen Spaziergang durch die Elblache Zschieren. Direkt am Weg kreuzten wir einen frischen Biberpfad, bestaunten eine stattliche Weide, die der Biber erst kürzlich gefällt hatte, und erfuhren einiges über die Lebensweise dieses bemerkenswerten Landschaftsgestalters. Wer nach diesem Auftakt noch Zweifel an der Wichtigkeit unserer Arbeit hatte, war danach überzeugt: Damit die jungen Schwarzpappeln eine Chance haben, brauchen sie zu Beginn ihres Lebens etwas Schutz vor dem fleißigen Nager.
Was wir geschafft haben
In mehreren Kleingruppen wurden die Biberschutzzäune am gesamten Schwarzpappelbestand kontrolliert, instandgesetzt und wo nötig erneuert. Als Material kam alter Wildzaun aus der Dresdner Heide zum Einsatz, der mit Krampen an Robinienpfählen fixiert wurde. Bereits angeknabberte größere Pappeln wurden mit Wöbra bepinselt. Eine Paste mit Sand, die das Anknabbern der Rinde für Biber unattraktiv macht, ohne dem Baum zu schaden. Gute Unterstützung leistete dabei auch das E-Lastenrad „Major Tom“ der NAJU, das Material und Werkzeug auf der Elblache hin und her transportierte.
Pause mit Mehrwert
Bei strahlendem Sonnenschein gab es in der Mittagspause nicht nur eine verdiente Verschnaufpause, sondern auch einen kurzen Vortrag über das Elbauenprojekt:
Warum sind Auen so wichtig für den Naturschutz und für den Hochwasserschutz?
Naturnahe Auen gehören zu den artenreichsten und gleichzeitig seltensten Lebensräumen Mitteleuropas. Über Jahrhunderte wurden sie trockengelegt, bebaut und durch wasserbauliche Eingriffe vom Fluss abgeschnitten, um Platz für Landwirtschaft, Siedlung und Schifffahrt zu schaffen. Dabei sind intakte Auen unverzichtbar: Sie puffern Hochwasserspitzen ab, bilden Grundwasser neu und sichern damit auch unser Dresdner Trinkwasser.
Und was hat es mit der Schwarzpappel auf sich, die durch Habitatverlust und Hybridisierung fast vollständig aus unseren Auenlandschaften verschwunden war?
Sie ist eine der markantesten Baumarten im Weichholzauenwald und Lebensraum für Hunderte von Insekten-, Schmetterlings- und Vogelarten. Durch Habitatverlust und Hybridisierung mit angepflanzten Kanada-Pappeln ist sie fast vollständig aus unseren Auenlandschaften verschwunden. Erst durch gezielte Anstrengungen, unter anderem der Schwarzpappelprojekte des NABU, existiert die Art heute wieder in nennenswerter Population entlang der Elbe in Sachsen.
Gemeinsam für die Elbauen
Als große Gruppe anzupacken und am Ende zu sehen, wie viel in wenigen Stunden zu schaffen ist, macht einfach Freude. Die gute Stimmung und die vielen Gespräche zwischendurch haben gezeigt: Naturschutz funktioniert am besten gemeinsam. Ein herzliches Dankeschön an die über 20 Freiwilligen, die an diesem Samstag dabei waren!
Mitmachen? Gerne!
Der Pflegeeinsatz in der Elblache Zschieren ist Teil unseres Interreg-geförderten Elbauenprojekts, das wir gemeinsam mit der NAJU und dem Umweltzentrum Dresden umsetzen. Du möchtest bei unserer nächsten Aktion dabei sein? Dann schau gern bei unseren kommenden Terminen oder melde dich für unseren Aktivenverteiler!