Vom 3. bis zum 5. Juli fand in der Sächsischen Schweiz ein Bildungswochenende rund um das Thema „Wiesenpflege“ statt.
1. Tag: Die Unterschiede zwischen Wald, Halboffenland und Offenland
Eine Gemeinschaft von naturbegeisterten Menschen reiste am Freitagnachmittag überwiegend mit regionalen Verkehrsmitteln in die Sächsischen Schweiz. So bot sich während der Fahrt die Gelegenheit zum ersten Kennenlernen. Ziel der Reise und Basislager für die kommenden zwei Tage war das Hexenhäuschen der Kräuterbaude Saupsdorf.
Nach der Ankunft und einer kurzen Einweisung in die Unterkunft startete das Wochenende mit einer offiziellen Kennenlernrunde. Der spielerische und niedrigschwellige Einstieg schaffte zugleich eine persönliche Verbindung zum Thema Wiesenpflege.
Nach einem gemeinsamen Abendbrot ging es noch zu einer abendlichen Exkursion in der Dämmerung. Um der Region und dem Thema Wiesenpflege näherzukommen, führte der Weg vom Grundgestein bis hinauf zum Aussichtsturm auf dem Weifberg. Neben der Geologie und der Entstehung des Reliefs standen die Unterschiede zwischen Wald, Halboffenland und Offenland auf dem Programm. Auch die Möglichkeiten, Offenland zu erhalten, sowie erste typische Kennarten von Wiesen wurden thematisiert.
Oben auf dem Weifbergturm erwartete die Gruppe ein grandioser Ausblick über die grenzüberschreitende Region der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Auf dem Rückweg zur Unterkunft drehten sich die Gespräche um Konflikte zwischen Mensch und Natur sowie um die Frage, wie sich solche Konflikte entschärfen und die Akzeptanz für Naturschutz steigern lässt. Nach angeregten Gesprächen und Diskussionen endete der erste Abend mit vielen spannenden Eindrücken und Vorfreude auf das weitere Wochenende.
2. Tag: Techniken für eine wiesenschonende Pflege
Mit dem Samstag stand der Haupttag des Bildungswochenendes an. Nach einem ausgewogenen Frühstück ging es zur gemeinsamen Exkursion. In der strukturreichen Landschaft lag ein Schwerpunkt auf dem Kennenlernen wertvoller Kulturlandschaften und der regionalen Schutzgebietskategorien. Dabei wurden deren Unterschiede, Ziele, Regeln, Schutzzwecke und Schutzgüter betrachtet.
Außerdem ging es um die Auswirkungen von Geologie und Standortbedingungen auf Wiesen und deren Pflege. Ein Workshop widmete sich verschiedenen Techniken für eine wiesenschonende Pflege von Nasswiesen und stellte dabei auch den Bezug zum Naturschutzmosaik her.
Dabei standen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt: Was ist das Naturschutzmosaik? Welche Vorteile hat dieser Ansatz? Wie entsteht es – und wo liegen seine Grenzen?
Abschließend gab es einen kleinen Artenkenntnis-Workshop. In Gruppenarbeit wurden charakteristische Wiesenarten entdeckt, näher kennengelernt und anschließend den anderen vorgestellt.
Auch das gemeinsame Miteinander kam an diesem Tag nicht zu kurz: Das Programm wurde durch soziale Aktivitäten wie das gemeinsame Zubereiten des Mittagessens, eine Gymnastikrunde, eine weitere spielerische Kennenlernrunde und einen gemeinsamen Spieleabend abgerundet.
3. Tag: Noch mehr Wissen
Der Sonntagmorgen war von heftigem Regen geprägt. Nach einem gemeinsamen Mehrheitsbeschluss musste deshalb das Programm geändert werden. Statt der geplanten Wanderung besuchte die Gruppe das Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz – thematisch passend zur Region und zur Bedeutung des Schutzes von Natur- und Kulturlandschaft.
Die interaktive Ausstellung bot reichlich Gelegenheit, die Vielfalt des Nationalparks weiter kennenzulernen und die Zusammenhänge zwischen Natur und Mensch, Wildnis und Kulturlandschaft noch besser zu verstehen.
Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss und einer abschließenden Feedbackrunde hieß es schließlich Abschied nehmen und die Heimreise antreten. Hinter der Gruppe lag ein abwechslungsreiches und bereicherndes Wochenende mit vielen neuen Eindrücken, Erkenntnissen und gemeinsamen Erlebnissen.
Ein großer Dank geht an alle Menschen und Organisationen, die dieses Bildungswochenende ermöglicht und zu seinem Gelingen beigetragen haben.
Das Bildungswochenende ist Teil des Projektes “Naturwissen teilen”. Das Projekt verbindet naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit mit dem Ziel, mehr Menschen für die Bedeutung und Funktionsweise von Naturschutzarbeit zu sensibilisieren. Dieses Projekt wird über den ELER-Fonds ermöglicht und kofinanziert.
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