Die Carolabrücke liegt im Herzen der Stadt. Ihre Brückenköpfe verbinden die Altstadt und den Campus im Süden mit der Neustadt und der Industrie im Norden. Ihre Fundamente stehen in den einzigartigen, geschützten Elbauen. Das Erlebnis aus Landschaft, Natur und Barocksilhouette zieht Dresdner:innen und Tourist:innen gleichermaßen an. Es ist Höhepunkt auf Besucherrouten und alltäglichen Wegen durch die Stadt. Die Natur an der Elbe stiftet damit ungeheuren Wert für Dresden, auch wirtschaftlich.
Daher befürworten wir eine moderne, regenerative Architektur für den Neubau der Brücke, der sich förderlich auf den Naturraum auswirkt, Brutquartiere schafft und sich in die Umgebung integriert. So schließt sich auch der Bogen zu den Herausforderungen, die sich in Zukunft aus Klimaveränderungen ergeben, da eine naturnahe Gestaltung auch Aspekte wie Hitzeschutz und Klimaresilienz beinhaltet.
Jeder Quadratmeter Brücke erzeugt Kosten – während des Baus sowie für die kommenden Jahrzehnte in Form von Pflege, Wartung und Sanierung. Eben so lange wird die Brücke das Stadtbild, den Verkehrsfluss und das Mobilitätsverhalten prägen. Der BUND Dresden hat sich deshalb in der ersten Planungsphase 2025 dafür eingesetzt, dass die Entscheidung über die Anzahl der Spuren für den Autoverkehr nicht politisch, sondern auf Grundlage belastbarer Verkehrsforschung erfolgt. Aus dieser Sicht sprechen die Verkehrszahlen der letzten Jahre und darauf fußende Prognosen deutlich für nur zwei Autospuren. Diese Position wurde im Stadtrat nicht geteilt und sein Votum ist auf den kostenintensiveren vierspurigen Neubau gefallen.
Auch wenn wir sie nicht teilen, erkennen wir diese Entscheidung aus demokratischer Überzeugung an und werden uns im bevorstehenden Prozess, als Teil des Begleitgremiums weiter für Naturschutz und Kosteneffizienz in Bezug auf den Neubau der Carolabrücke einsetzen.
Am 18. März startet die Bürgerbeteiligung zur Carolabrücke im Stadtforum. An diesem Tag findet auch das Begleitgremium erneut zusammen. Die vier beauftragten Planungsbüros werden ebenfalls zum ersten Mal vor Ort sein und ihre ersten Konzepte zur Diskussion stellen. Der BUND freut sich auf den Austausch mit allen Akteur:innen und einen konstruktiven Prozess mit dem Ziel, aus dem kontroversen Diskurs heraus zusammen mit allen Beteiligten die besten Lösungen zu erarbeiten.