Workshop "Neophyten entfernen und essen"

09. Mai 2026 | Praktischer Naturschutz, Naturwissen teilen

Mit Ampferstecher und Salatbesteck - Ehrenamtlicher Einsatz gegen das Orientalische Zackenschötchen auf den Ostrawiesen

Freiwillige beim Neophytenworkshop im Ostragehege, im Vordergrund Blüten des Orientalischen Zackenschötchens  (Victor Geißler)

Am 09. Mai 2025 fanden sich 15 am Naturschutz interessierte Menschen an der Messe im Dresdner Ostragehege zusammen, um am Workshop „Neophyten erkennen, entfernen und essen“ teilzunehmen. 

Ziel des Workshops war es insbesondere, das Orientalische Zackenschötchen (Bunias orientalis), ein invasiver Neophyt, im Bereich des Flächennaturdenkmals „Glatthaferwiese im Ostragehege“ auszustechen, bevor dieses erneut aussamen kann. Denn eine einzige Pflanze kann bis zu 5000 Samen produzieren, die noch über Jahre keimfähig im Boden überdauern können. 

Gemeinsam gegen das Zackenschötchen

Nach einer kurzen Begrüßung und Einführung zur sicheren Erkennung der rapsähnlichen Pflanze gingen wir über die schöne Pieschener Allee, eine prachtvolle, vierreihige Lindenallee, zu den Ostrawiesen, um unser Lager aufzuschlagen, da am Ende der Pieschener Allee zuvor ein größeres Vorkommen des Zackenschötchen festgestellt wurde. Nach einer praktischen Einweisung in die Entfernung der Pflanze ging es gemeinsam mit Ampferstechern und Spaten ambitioniert ans Werk, um die Pflanzen möglichst inklusive eines 15 – 20 cm langen Teils ihrer Pfahlwurzeln, die im Einzelfall bis zu 1,50 m lang werden können, zu entfernen. Eine ungewolltes Aussamen nach der Entfernung der Pflanzen wurde dadurch unterbunden, dass ausgereiftere Blüten vom Rest der Pflanze getrennt und separat in Müllsäcken gesammelt wurden.

Kulinarik und Wissen in der Pause 

Wie vorab angekündigt, wurde aus den zartesten Blättern der Pflanzen, einigen Blüten und etwas zugekauftem Gemüse aus biologischen Anbau ein leckerer Salat zubereitet, der während der gemeinsamen Mittagspause verkostet werden konnte, was regen Zuspruch fand. Der Geschmack erinnerte dabei die meisten an den von Rucola. 

Neben dem Essen für den Artenschutz gab es während der Pause aber auch noch Wissenswertes zu erfahren: 
Frau Prof. Dr. Erika Schmidt, berichtete detailreich über die Entstehung und Entwicklung des Ostrageheges. Es war eine sehr interessante Zeitreise -  beginnend im 16. Jahrhundert, als die Flächen ortsansässigen Bauern und Fischern vom Sächsischen König abgekauft wurden, um ein Kammergut und Jagdrevier zu Versorgung das Hofes zu errichten, über den barocken Umbau unter August dem Starken im 18. Jahrhundert, die Entstehung von Alberhafen und Schlachthof im frühen 20. Jahrhundert bis hin zur jetzigen Rolle des Geheges als Messestandort, Sportstätte und vor allem auch grüne Oase in der Stadt. Victor Geißler, Projektreferent im Elbauenprojekt, steuerte noch interessantes Wissen zu den Elbauen und ihre wichtige Rolle zum einen als Lebensraum und Hort der Artenvielfalt, aber auch beim Hochwasserschutz bei. 

Blütenmeere - gute und schlechte

Nach der Pause dehnten wir unsere Suche nach dem Zackenschötchen auf weitere Bereiche des Flächennaturdenkmals bis hin zur Messebrücke aus, um dabei erleichtert festzustellen, dass die Vorkommen im Bereich der schützenswerten Wiesen selber noch vergleichsweise gering sind. Beim unserem Streifzug durch die Wiesen konnten wir uns dafür umso mehr an dem für den Mai typischen, schönen Blütenmeer erfreuen.

Wie wichtig rechtzeitiges Handeln bei der Bekämpfung invasiver Neophyten ist, zeigte sich dann leider im Bereich des Messerings, wo direkt an der Straße ein derart hohes Aufkommen von Zackenschötchen besteht, dass dort nur noch maschinell zurückgedrängt werden kann und muss, um die weitere Ausbreitung einzudämmen.

Bei der Abschiedsrunde gab es lauter zufriedene Gesichter und auch dieser Einsatz hat wieder mal gezeigt, dass Naturschutz gemeinsam am meisten Spaß macht und im konkreten Fall, dass auch Naturliebe durch den Magen gehen kann.

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Dieser Naturschutzeinsatz ist Teil des Projektes “Naturwissen teilen”. Das Projekt verbindet naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit mit dem Ziel, mehr Menschen für die Bedeutung und Funktionsweise von Naturschutzarbeit zu sensibilisieren. Dieses Projekt wird über den ELER-Fonds ermöglicht und kofinanziert.

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