Regionalgruppe Dresden

Naturschutz zum Anfassen – Startschuss für das BUND-Projekt „Heller-Helden“

22. Februar 2021 | Naturschutz, Lebensräume

© BUND Dresden

Der BUND Dresden startet am 27. Februar 2021 mit einem ersten Pflegeeinsatz das Projekt „Heller-Helden“. Das Projekt auf dem Dresdner Heller verbindet praktischen Naturschutz und Umweltbildung. Es richtet sich vorwiegend an junge Menschen und wird über die nächsten Jahre eine Konstante im Dresdner Naturschutz bilden. Neben Naturschutzmaßnahmen werden auch Familienexkursionen auf dem Heller stattfinden.

 

 


Der „Dresdner Heller“ ist eine der wertvollsten Naturlandschaften auf dem Gebiet der Stadt Dresden. Es handelt sich um eine ehemalige Binnendüne mit offenen Sandmagerrasen und gut ausgebildeten Zwergstrauchheiden in für das Stadtgebiet einmaliger Ausdehnung und Ausprägung. Die Flächen sind als Natura-2000-Gebiet „Dresdener Heller“ ausgewiesen. Das landesweit vom Aussterben bedrohte Alpen-Vermeinkraut sowie stark gefährdete Arten wie das Sprossende Nelkenköpfchen oder die Sichel-Luzerne finden sich dort. Allesamt sind Hungerkünstler, die auf die mageren Sandbodenbedingungen angewiesen sind, die es so in Dresden an keinem anderen Standort gibt. Zudem wurden auf dem Heller zahlreiche Tierarten nachgewiesen, darunter die Spanische Flagge, ein seltener Nachtfalter, der Brachpieper und die Heidelerche (zwei zurückgehende Vogelarten des Offenlands) sowie zahlreiche seltene Wildbienen- und Wespenarten.


„Wir sind sehr froh darüber, mit dem Heller am Nordrand der Stadt ab 2021 eine besonders schützenswerte Fläche innerhalb der Stadtgrenzen Dresdens gemeinsam mit dem städtischen Umweltamt sowie dem beauftragten Schäfer betreuen zu können.“ so Jutta Wieding, Vorsitzende des BUND Dresden.


Stefan Escher, Sprecher des Landesarbeitskreises Naturschutz des BUND Sachsen, ergänzt: „Es ist uns wichtig, über die besondere Sensibilität der Pflegefläche zu informieren und den Blick für wertvolle Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten zu schärfen, die wir direkt vor unserer Haustür finden können. Denn nur was wir kennen, können wir wertschätzen und auch schützen.“


In ihrer Entstehung ist die Landschaft aber nicht nur natürlichen Prozessen ausgesetzt gewesen: ab 1827 wurde sie abgeholzt und anschließend militärisch genutzt. Später wurde dort auch Müll deponiert. Bis heute wird in der angrenzenden Grube Sand abgebaut. Dass sich dort ein so wertvoller Lebensraum entwickelt hat, ist ein Glücksfall. Damit dieser erhalten bleibt, braucht es Naturschutzmaßnahmen.


Das Projekt wird von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) im Rahmen einer Projektförderung über mehrere Jahre unterstützt. In diesem Jahr sind drei Pflegeeinsätze und zwei Familienexkursionen auf dem Dresdner Heller geplant. Details zu diesen Terminen werden auf der Homepage hier veröffentlicht. Für weitere Informationen steht der BUND Dresden gern unter naturschutz@bund-dresden.de oder unter 0351-27514800 zur Verfügung.

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