Regionalgruppe Dresden

Trailrun für die Umwelt

15. Juni 2020

Mensch und Natur - Nachhaltigkeit und Solidarität – Stefan Utke macht sich starkt für die Umwelt

© Stefan Utke

Stefan Utke aus Dresden hat ein großes Ziel - an einem Tag den gesamten Forststeig Elbsandstein erlaufen und dabei Gutes für den Erhalt der Wälder in der Sächsischen Schweiz tun, indem er auf die massiven Waldschäden aufmerksam macht.

Mit dieser Idee trat der 33jährige an den BUND Dresden und den SACHSENFORST, Forstbezirk Neustadt, heran. „Mein innerer Antrieb, in meinem ganz persönlichen Tempo, nur mit meinem Laufrucksack durch die heimatlichen Wälder zu laufen, einen ganzen Tag von Sonnenaufgang bis -untergang leichtfüßig und unbeschwert durch die Natur zu laufen und damit eine Message in die Welt tragen zu können, freut mich sehr“, erläutert der erfahrene Marathonläufer sein Vorhaben. „Ohne SACHSENFORST würde es den schönen Trail mit seinen Waldlandschaften nicht geben. Ohne die Unterstützung meiner Freunde, welche mir alle 15 bis 20 km Verpflegung reichen, hätte ich vermutlich keine Chance, mein Ziel zu erreichen. Und ohne Vereine wie den BUND würde es um unsere Natur ungleich schlechter stehen.“

Am Montag, den 15. Juni 2020 wird das Vorhaben in Angriff genommen. Stefan nimmt die rund 100 Kilometer des Forststeiges unter seine Füße, dabei immer den Blick offen für seine Umwelt, die unter dem extrem warm-trockenen Witterungsverlauf seit 2018 unvermindert ächzt. Dem Wald geht es so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht, das zeigt auch der Waldzustandsbericht des Sächsischen Staatsministeriums Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft: Seit Beginn der Erhebungen war der durchschnittliche Kronenzustand unserer Waldbäume noch nie so schlecht. Nur noch jeder vierte Baum ist gesund. Der Wald im Elbsandsteingebirge ist durch Luftschadstoffe, zunehmende Witterungsextreme und Trockenheit im Dauerstress. An vielen Stellen auch entlang des Forststeiges sind die Schäden offensichtlich. Fichten sind hier vielerorts nicht standortgerecht. So sind durch Stürme und vor allem durch den Borkenkäferbefall zahlreiche Flächen entwaldet worden. Aktuell sind in allen Waldteilen wieder Forstmaschinen im Einsatz, um frisch vom Borkenkäfer befallene Stämme aufzuarbeiten und abzutransportieren. Das ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Forstleute versuchen, das schnelle Waldsterben zu verhindern. (Hintergrundinformationen zum aktuellen Waldschutzgeschehen siehe Medieninformation: Mit allen Mitteln gegen den Borkenkäfer sowie Handreichung zum Pressegespräch: Risiko wird Wirklichkeit von Dr. Dirk-Roger Eisenhauer)

Eine ökologische Kehrtwende im Umgang mit Deutschlands Wäldern ist auch aus Sicht des BUND überfällig: Der Wald muss dringend behutsamer
bewirtschaftet werden, so dass er den Folgen der Klimakrise besser standhalten kann. SACHSENFORST investiert seit nunmehr 30 Jahren in den ökologischen Waldumbau (allein im Forstbezirk Neustadt werden jährlich über 500.000 Jungpflanzen auf jeweils rund 150 ha gepflanzt), um durch die Pflanzung und Pflege standortgerechter Baumarten die Entwicklung klimaangepasster, stabiler, naturnaher Zukunftswälder in den geschädigten Waldgebieten voranzutreiben. Dennoch ist das Ziel eines gesunden Waldbestands noch weit entfernt und bedarf langjährig intensiver fachkundiger Anstrengungen.

„Wir freuen uns, dass engagierte Bürger wie Stefan Utke unsere Arbeit sehen und dann auch noch mit einer Aktion wie diesem Trailrun würdigen und uns helfen“, sagt Uwe Borrmeister, Forstbezirksleiter im Elbsandsteingebirge bei SACHSENFORST, begeistert.
„Eine ökologische Waldwende ist nicht nur ein Anliegen des Naturschutzes. Eine ökologische Waldbewirtschaftung ist auch eine wichtige Kompensationsstrategie hin zur CO2 Neutralität“, so Stefan Escher, Leiter des Landesarbeitskreis Naturschutz des BUND Sachsen. „Der Klimawandel bedroht nicht nur die Existenz von Forstbetrieben, sondern auch zunehmend den Fortbestand wichtiger europäischer Ökosysteme.“ Es gelte nun, den Waldumbau mit erhöhtem Tempo weiter voranzutreiben und gleichzeitig der Natur, z.B. in Form von Wiedervernässung trockengelegter Moore und natürlicher Wiederbewaldung von Kahlflächen, wieder mehr Raum zu geben. (Hintergrundinformationen zu aktuellen Forderungen des BUND: Waldwende statt Waldsterben)

Als weiterführende Veranstaltung hat der BUND Dresden am 25.06. Martin Baumann von SACHSENFORST zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion per Online-Seminar eingeladen. Er spricht zu den hochaktuellen Themen "Klimawandel und Waldbau" sowie "Integration von Naturschutzbelangen in die Waldbewirtschaftung". Die Veranstaltung findet Online statt und beginnt am Donnerstag dem 25.06.2020, 19:00 Uhr. Alle Informationen und die Zugangsdaten stehen unter www.bund-dresden.de/service/termine/detail/event/vortrag-bundwissen-zum-thema-klimawandel-und-waldbau/

SACHSENFORST arbeitet im Forstbezirk Neustadt mit insgesamt 14 Revierförsterinnen und Revierförstern für die Erhaltung und Entwicklung von 30.000 ha Wald südlich und östlich von Dresden in der Sächsischen Schweiz rund um den Nationalpark (www.sachsenforst.de/fob-neustadt).
Der Forststeig Elbsandstein wurde durch SACHSENFORST seit 2012 schrittweise als mehrtägige Trekkingroute in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz entwickelt, um durch ein hautnahes Naturerlebnis der zunehmenden Naturentfremdung entgegenzuwirken und für Besucher der Sächsisch-Böhmischen Schweiz ein ergänzendes Outdoorabenteuer außerhalb der Nationalparke zu ermöglichen (mehr unter www.forststeig.de).
Beim BUND Dresden engagieren sich Haupt- und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Mit einer Patenschaft beim BUND Dresden kann jede und jeder einen unterstützenden Beitrag für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz leisten. (Informationen zur BUND Patenschaft unter www.bund-dresden.de/100mal100/). Das Team des BUND Dresden und SACHSENFORST danken Herrn Stefan Utke für seinen Einsatz, für den Umweltschutz und wünschen viel Erfolg für dieses sportliche Ziel!

Stefan Utke, Vertreter des BUND und von SACHSENFORST stehen am Samstag dem 13. Juni 10-11 Uhr für Fragen zum Projekt im Büro des BUND Dresden, Kamenzer Straße 35, 01099 Dresden, bereit. Bitte informieren Sie uns über ihr Kommen vorab per Mail, unter info@bund-dresden.de

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Pressekontakt

Sachsenforst
Forstbezirk Neustadt
Kerstin Rödiger
Telefon +49 35965857-30
Kerstin.Roediger@
smul.sachsen.de

BUND Dresden
Martin Ahlfeld
Telefon +49 17643855638
Martin.Ahlfeld@ bund-dresden.de

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