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Regionalgruppe Dresden

natURsprung Camp 2019 - Mit der Sense ins Grün

Erfahrungsbericht

Es passiert alle Jahre wieder: Eine bunte Truppe motivierter Naturfreunde zieht los, um Bergwiesen und Magerrasen im Erzgebirge auf den Zahn - oder eher auf den Halm - zu fühlen. Und so auch in diesem Jahr. Bewaffnet mit Hacke und Sense zogen wir aus und durchstreiften den Zechengrund und - erstmalig in diesem Jahr - auch einen seit 1988 aufgelassenen Marmorsteinbruch in Hammerunterwiesenthal. Doch wozu das alles? Durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft, Umweltverschmutzung und Klimawandel ist die Natur in Sachsen weiter stark auf dem Rückmarsch. Wir wollen gemeinsam dafür anpacken, um ein paar besonders wertvolle Stücke Natur zu bewahren und zu entwickeln.

Die Woche startete sehr entspannt. Wir nutzen den Montag, um in der Herberge anzukommen, einander kennenzulernen und bei einer gemütlichen Wanderung den Zechengrund mit seinen herrlichen Aussichten auf die Erzgebirgslandschaft zu erkunden. Eine wunderbare Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und voller Vorfreude auf die kommenden Tage zu blicken. Stefan Escher versorgte die Teilnehmer*innen mit Wissen zu Flora und Fauna sowie zur abwechslungsreichen Naturgeschichte des Erzgebirges.

Am zweiten Tag starteten wir dann schon voll durch. Nach dem Frühstück ging es raus nach Hammerunterwiesenthal. Dort wurde gemäht, gehackt, gerupft, gesägt und gesammelt, um die vom zuwachsen bedrohten Kalkpionierrasen vor dem völligen verschwinden zu bewahren. Es handelt sich hier um das größte Vorkommen in ganz Sachsen! Es gab viel zu tun, und mindestens genauso viel zu lernen über seltene Arten wie Schopfiges Kreuzblümchen, Enzian und Graues Mausohr (eine seltene Fledermausart, die hier ein Winterquartier hält).

Bei einem Busausflug zum Bio-Bauernhof Nestler in Rittersgrün erfuhren wir viel über Viehzucht, Käserei und über Freud und Leid erzgebirgischer Kleinbauern – u.a. die Bedrohung, die vom Deal der Bundesregierung mit den USA zur Einfuhr von Fleisch ausgeht. Zum Mittag ließen wir uns Kräuterlimonade, Kräuterbrot und köstlichen Käse aus der eigenen Produktion schmecken.

Im Zechengrund brachte uns ab Freitag Norman Döring bei, wie man mit der Sense umgeht. Da das Gelände ziemlich steil ist, war die Mahd für alle eine echte Herausforderung. Aber das Resultat kann sich mehr als sehen lassen. Der Blaue Tarant, ein seltenes Enziangewächs, blühte in diesem Jahr z.B. so zahlreich wie selten.

Aber natürlich haben wir nicht nur gearbeitet. Neben gemeinsamen Picknicks und gemütlichen Abenden am Lagerfeuer mit Akkordeonmusik hatten auch die Kleinen sehr viel Spaß. Spannende Familienexkursionen haben die Zeit sehr bunt und abwechslungsreich gestaltet. Diese waren sehr interessant und boten einen guten Anlass, für weiteren anregenden Austausch untereinander. Vor allem die Menschen und der Zusammenhalt als Gruppe, haben dazu beigetragen, dass die Woche zu einem wunderschönen Erlebnis wurde. Und auch als das Wetter sich dazu entschied, unserem Arbeitseifer einen Dämpfer zu verpassen, nutzten wir die Zeit und besuchten kurzerhand das sehr sehenswerte sächsische Schmalspurbahnmuseum Rittersgrün.

Die Tage vergingen wie im Flug. Die Großen, sowie die Kleinen kamen bei dem vielfältigen Programm auf ihre Kosten und am Ende gab es dann den wohlverdienten BUND-Sensenschein und dazu ein Säckchen voll duftendem Bergwiesenheu als kleine Erinnerung für Daheim.

Schön war es, und wir freuen uns schon jetzt auf natUrsprung 2020!

 

Impressionen

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