Wir für mehr Klimaschutz in Dresden

Klimaschutz ist ein zentrales Thema des BUND, auch für die Regionalgruppe Dresden. Wir setzen uns für einen global und lokal gerechten Klimaschutz ein. Klimaschutz ist nicht nur ein Thema der Generationengerechtigkeit: Die Folgen der Klimakrise sind global sehr ungleich verteilt, aber auch in Dresden heute schon zu spüren. Jetzt müssen die Weichen für ein klimaneutrales Dresden gestellt werden.

Unsere Vision für Dresden

Mit dem Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet, die Erderwärmung bis 2100 auf 1,5°C, maximal jedoch 2°C zu begrenzen. 2025 wurde auf dem Extremwetterkongress von der Deutschen Physikalischen und der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft eindrücklich gewarnt, dass 3°C nun bereits bis 2050 drohen. Mit katastrophalen Folgen für Mensch und Umwelt. 

Der Green Deal soll das Pariser Abkommen auf EU-Ebene umsetzen und den Rahmen für eine nachhaltige, klimaneutrale Entwicklung in allen Mitgliedstaaten bilden. Dieser Verantwortung nimmt sich auch Deutschland auf nationaler Ebene an und möchte bis spätestens 2045 klimaneutral sein. Das durch die Klimaklage des BUND angestoßene Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2021 bestätigt diese Verantwortung als verfassungsrechtliche Pflicht. Bisher ist viel zu wenig geschehen.

Das gelingt jedoch nur, wenn auch die Kommunen Verantwortung übernehmen. Gerade große Städte wie Dresden spielen eine zentrale Rolle, da sie mit ihren Energie-, Verkehrs- und Planungsentscheidungen unmittelbar bestimmen, wie klimafreundlich unser Alltag ist.

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Stand der Dinge in Dresden

Stand: 27.03.2026

Integriertes Energie- & Klimaschutzkonzept

Der Dresdner Stadtrat beschloss am 30.01.2020 die grundlegende Überarbeitung des bisherigen Klimaschutzkonzepts von 2013.

Darin heißt es: Der Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden erklärt angesichts des weltweit rasch voranschreitenden Klimawandels und der schwerwiegenden Folgen der Erderwärmung auch für Gesundheit und Wohlstand der Menschen in Dresden den Klimaschutz zur städtischen Aufgabe von höchster Priorität für die Daseinsvorsoge durch die Stadt und die städtischen Beteiligungsgesellschaften. Die Landeshauptstadt Dresden berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen und bevorzugt Lösungen, die sich positiv auf den Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken.

2022 schloss die Initiative DresdenZero mit 31.000 Stimmen erfolgreich ein Bürgerbegehren ab, dass Dresden bis 2035 klimaneutral werden soll. Der Stadtrat akzeptierte dieses Bürgerbegehren und knüpfte die Ziele an die Überarbeitung des Integrierten Energie- & Klimaschutzkonzepts (IEK). In einem Ergänzungsantrag hatte die CDU die zusätzliche Erarbeitung eines Pfads für 2040 erreicht.

Nach zwei Jahren wurde das aktualisierte IEK 2024 fertig, konnte jedoch nicht mehr durch den alten Stadtrat abgestimmt werden. Nun ist der Stadtrat anders zusammengesetzt. Seither herrscht hier Stillstand und es gibt politische Lagerkämpfe um das Konzept. Bis jetzt kam es nicht zur Abstimmung.

Am 26.03.2026 hat der Stadtrat mit einem Antrag von CDU/Team Zastrow/FDP-FB und unterstützt von Stimmen der AfD und dem BSW de facto alle Klimaziele & Zwischenziele zur Klimaneutralität 2035/2040 des IEK abserviert, die über den bundesgesetzlichen Mindestrahmen hinausgehen. Damit ist auch das Bürgerbegehren von DresdenZero praktisch vom Tisch. Der zuvor im zuständigen Ausschuss stundenlang und bis an die Grenzen des für die progressiven Fraktionen verkraftbaren ausgehandelte Kompromiss kam durch eine politische Farce gar nicht mehr zur Abstimmung. 

In der Begründung des Antrags heißt es „Der großflächige Stromausfall auf der iberischen Halbinsel im April letzten Jahres hat vor Augen geführt, dass ein ungebremster Einspeisezuwachs von erneuerbaren Energien zu katastrophalen Folgen führen kann.“ Am 20.03.2026 wurde der Abschlussbericht des Verbands der europäischen Übertragungsnetzbetreibenden ENTSO-E veröffentlicht. Spätestens damit ist jetzt klar, dass Erneuerbare nicht die Ursache waren. Die hergestellten Verbindungen sind schlicht nicht haltbar und entziehen sich jeglicher Realität. 

Vorher hatte auch die TU Dresden in einem Brief noch einmal ihr Unverständnis über den Antrag geäußert. Geholfen hat auch das nichts.

Die Situation war knifflig: Die Wahl stand zwischen kein (definierter) Klimaschutz (weiter wie bisher) oder wenig Klimaschutz (Kompromiss). Mit den aktuellen Mehrheiten im Stadtrat ist es leider äußerst unwahrscheinlich, dass sich noch irgendeine Mehrheit für ambitionierte Klimaziele findet. Ob es 2029 besser wird – niemand weiß es. Weiter ohne IEK bzw. am IEK abkämpfen hätte auch keinen Klimaschutz gebracht. Eine ziemliche Sackgasse.

Wir begrüßen grundsätzlich, dass etwas passiert. Wie bisher kann und darf es nicht weitergehen. Auch die Fokussierung auf konkrete Maßnahmen, die Aktualisierung des schon wieder in die Jahre gekommenen Konzepts und eine grundsätzliche Flexibilität bei der Umsetzung hinsichtlich der sich rasch ändernden Rahmenbedingungen halten wir für richtig und wichtig. 

Wir kritisieren jedoch gleichzeitig scharf, sich von ambitionierten Zielpfaden und Zwischenzielen zu verabschieden. Auf zivilgesellschaftlicher Ebene können und müssen wir natürlich weiter Druck für mehr Ambitionen beim Klimaschutz machen.

Klimaschutz adé in Dresden - Ein politischer Kommentar
 

Dekarbonisierungskonzept & Kommunale Wärmeplanung

Eine Schlüsselrolle für die Energiewende in Dresden spielt die SachsenEnergie AG als lokale Energieversorgerin, deren Anteile sich zu 100% in öffentlicher Hand befinden. Über 80% der Anteile gehören den Technischen Werken, die wiederum 100% der Landeshauptstadt Dresden gehören. Ihr Dekarbonisierungskonzept sieht aktuell Klimaneutralität bis 2045 vor – der ursprünglich anvisierte Pfad bis 2035 ist nur noch ein „Beschleunigungsszenario“.

Parallel dazu läuft die kommunale Wärmeplanung, zu der 2024 ein öffentlicher Beteiligungsprozess startete. Bis Ende Juni 2026 muss die Kommunale Wärmeplanung im Stadtrat abgestimmt werden.

Der BUND begleitet diese Prozesse kritisch und konstruktiv, um eine zukunftsfähige und faire Energie- und Wärmewende zu sichern.
 

Klimabeirat Dresden

Der Klimabeirat soll als beratendes Gremium Fachwissen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Umweltverbänden und der Zivilgesellschaft in städtische Klimaschutzentscheidungen einbringen. 

Trotz der Verankerung in Dresdens Hauptsatzung wurde die Wahl des Beirats bereits mehrfach auf Antrag des Team Zastrow mit den Stimmen von AfD und CDU vertagt. Der Klimabeirat soll bspw. die Umsetzung des IEK sowie die Entwicklung von Klimaanpassungsstrategien begleiten. Aktuell droht sogar seine Streichung aus der Hauptsatzung.

Wir fordern die zeitnahe Einrichtung des Gremiums, um Beteiligung, Transparenz und fachlich fundierten Klimaschutz in Dresden sicherzustellen.

Aktuell ist ein Kompromiss, den Klimabeirat in einen Arbeitskreis Klimaschutz mit fast identischer Satzung außerhalb der Hauptsatzung umzuwandeln, im Gespräch. Hier ist die Situation ähnlich wie die beim IEK: Schmerzender Kompromiss oder weiter Stillstand. 
 

EU-Mission „Klimaneutrale und Smarte Städte“

Dresden ist Teil der EU-Mission „Klimaneutrale und Smarte Städte“, die europaweit 100 Städte auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützt. Zu den acht deutschen Städten zählen u.a. Dresden und Leipzig. Damit ist Dresden Teil eines europäischen Netzwerks, das Wissen teilt, fördert und finanziell unterstützt.

Im Mai 2024 wurde Dresden in Riga mit dem Missionslabel ausgezeichnet – ein wichtiger Schritt, der die Stadt verpflichtet, gemeinsam mit Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft konkrete Maßnahmen umzusetzen. Herzstück dieser Arbeit ist der Klimastadtvertrag, der Strategien, Maßnahmen und Selbstverpflichtungen bündelt. 

Auch 40 Unternehmen aus Dresden haben sich der Mission bereits angeschlossen.

Für den BUND Dresden ist diese Teilnahme ein positives Signal – sie darf aber kein reines Prestigeprojekt bleiben. Entscheidend ist, dass die angekündigten Maßnahmen konkret, transparent und überprüfbar umgesetzt werden. Zum Beispiel durch Beschluss des IEK und die Einsetzung des Klimabeirats.
 

Engagement für Klimaschutz beim BUND Dresden

Beim BUND Dresden setzen wir uns vielfältig für mehr Klimaschutz in Dresden ein. Wir schreiben Briefe, sind in Bündnissen, führen Gespräche, sammeln Unterschriften, sind auf Demos, machen Pressearbeit und bringen Vorschläge ein, wie Dresden ganz konkret Treibhausgasemissionen reduzieren kann. Hier einige Projekte & Formate, bei denen wir mitwirken:

Klimapetition

Der Beschluss des Klimaschutzkonzepts wird weiterhin verschleppt, die Wahl des lang erkämpften Klimabeirats immer wieder vertagt – mit der Gefahr, dass er durch eine Änderung der Hauptsatzung ganz gestrichen wird. Gleichzeitig drohen 2025 drastische Kürzungen im ÖPNV, dem Rückgrat der Mobilitätswende.

Wir haben dagegen gemeinsam mit DresdenZero, der TU-Umweltinitiative und Health for Future eine Klimapetition gestartet und fordern den Stadtrat auf, Klimaschutz wieder ernst zu nehmen, um Verantwortung für eine zukunftsfähige Stadt zu übernehmen: 

  1. Klimaschutzkonzept beschließen!
  2. Klimabeirat einsetzen!
  3. ÖPNV zukunftsfähig ausbauen!

Die Petition erreichte über 4.000 Stimmen und wurde vom Petitionsausschuss mit Rederecht in den Stadtrat gehoben.
 

Klimavernetzung

Um unsere Wirkung zu stärken, vernetzen wir uns aktiv mit anderen Akteur:innen in der Stadt – unter anderem in der Klimavernetzung Dresden. Dieses Netzwerk entstand 2019, um Zusammenarbeit, Austausch und gemeinsame Projekte zu fördern. Bei den monatlichen Treffen sind regelmäßig Initiativen wie verschiedene For-Future-Gruppen, DresdenZero, Greenpeace, die TU-Umweltinitiative, die Lokale Agenda 21 und viele weitere vertreten.
 

Jugendklimarat

Der BUND Dresden initiiert gemeinsam mit der Regionalgruppe Leipzig stadtweite Jugendklimaräte, um junge Menschen aktiv in die kommunale Klimaschutzpolitik einzubinden. Das Modellprojekt begleitet und fördert die Entwicklung eigener Klimaschutzideen an Schulen und baut die Brücke in die Stadtpolitik, um jungen Menschen eine eigene Stimme für ihre Zukunft zu geben. Dazu wurde ein Positionspapier an den Klimaschutzstab der Stadt entwickelt, das 2025 feierlich im Rathaus übergeben wurde.
 

AG Wärmewende

Die von uns angestoßene und initiativenübergreifende Arbeitsgruppe setzt sich zum Ziel die kommunale Wärmeplanung – und dabei auch zentral die Dekarbonisierungsstrategie der SachsenEnergie im Bereich Wärme – kritisch zu begleiten. 

Wärmepumpen, Solarthermie, Müllverbrennung, Fernwärmenetz, Wasserstoff – um nur einige Schlagworte für unsere aktuellen Themen zu nennen. Die Termine können per E-Mail angefragt werden.


Öffentlichkeitsarbeit

Wir stehen haben Runde Tische und stehen im Austausch mit der Stadtverwaltung und führen Gespräche mit Politiker:innen sowie auch mit der SachsenEnergie. Mit unserer Pressearbeit bringen wir immer wieder unsere Forderungen in die Öffentlichkeit.
 

Mitmachen 

Klimaschutz braucht Engagement – und jede Stimme zählt. Der BUND Dresden bietet viele Möglichkeiten, sich einzubringen! Lern uns gern in der AG Stadtpolitik, der AG Wärmewende oder bei einem monatlichen Kennenlerntreffen kennen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass Dresden seine Klimaziele erreicht und eine Stadt bleibt, die Verantwortung übernimmt – für ihre Bevölkerung, für die Umwelt und für kommende Generationen.

Mach mit - für ein klimaneutrales Dresden!

 

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Ansprechpartner

Florian Wendler

Vorsitzender des BUND Dresden
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