Dein Hund ist von Natur aus neugierig und hat einen angeborenen Jagdtrieb. Wenn du mit ihm draußen in der freien Natur unterwegs bist, ist seine Welt voller Reize und interessanter Dinge, die es zu entdecken gilt.
Und genau hier liegt das große Problem. Denn auch ein Hund, der nur mal schnüffelt und gucken will, wird von Wildtieren als Bedrohung wahrgenommen. Die bemerken dich und deinen Hund schon lange, bevor du sie siehst. Und dann passiert Folgendes: Wildtiere gehen in den Alarmmodus und fliehen. Dabei können sie sich verletzen, auf die Straße laufen oder sich in Zäunen verfangen. Insbesondere im Winter ist jede unnötige Flucht belastend. Denn die Energie, die ein Wildtier dabei verbraucht, fehlt ihm später beim Kampf gegen Kälte, Wind und Nahrungsknappheit.
Im Frühjahr und Sommer wird es noch dramatischer. Da gefährdet euer Freilauf im Wald zusätzlich hochträchtige Tiere, Gelege und Jungtiere. Denn dann ist Brut- und Setzzeit, also der Moment, in dem der Wald zur Kinderstube wird, viele Vögel brüten und Wildtiere ihre Jungen werfen. Jetzt muss dein Hund ein Tier gar nicht angreifen oder fangen (was leider auch passieren kann). Wenn er jetzt Wild und Vögel aufscheucht, müssen die Eltern ihre Gelege oder Jungtiere ungeschützt zurücklassen. Die Gelegenheit für Nesträuber, sich einen Snack zu verschaffen.
Die guten Neuigkeiten: Wenn euch alle Tiere und die Natur am Herzen liegen, gibt es ein paar ganz einfache Faustregeln für euren Besuch in Wald und Wiesen!
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3 Faustregeln für Naturschutz mit Hund
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- Führe deinen Hund in allen Naturräumen immer an der Leine! (Auch wenn dein Hund super erzogen ist, ganz klein ist, eher ängstlich oder aufs Wort hört.) In Naturschutzgebieten ist das ohnehin vorgeschrieben, aber Natur beschränkt sich nicht auf Schutzgebiete, Wildtiere leben überall.
- Bleibt auf den Wegen, damit ihr Wildtiere möglichst nicht aufschreckt und Pflanzen nicht versehentlich zertretet. (Seltene Arten sind manchmal auch ganz klein.)
- Kotbeutel immer dabei! Sammle unbedingt die Hinterlassenschaften deines Hundes ein und entsorge sie in Mülleimern oder zu Hause. Wirf die gefüllten Beutel auf keinen Fall einfach ins Gelände! Das ist dann noch schädlicher als Kot ohne Plastikhaube!
- Extra Achtung: Es gibt viele Flächen und Gebiete, in denen es verboten ist, Hunde frei laufen zu lassen oder Kot zu hinterlassen. Das ist dann eine Ordnungswidrigkeit, die euch teuer zu stehen kommen kann.
Wo kann man Hunde frei laufen lassen?
Wichtige Frage! Dein Hund ist auch ein Tier und braucht Bewegung und Freiheit. Zum Glück gibt’s da einige Möglichkeiten, ihm seine Bedürfnisse zu erfüllen, ohne andere Tiere in Gefahr zu bringen!
Faustregel ist: Je weniger Natur, je intensiver genutzt die Fläche, umso geeigneter!
Dresden hat leider keine städtischen Flächen wie ausgewiesene und umzäunte Ausläufe für Hunde. Schade! Ihr müsst also vor allem selbst einschätzen, wo Freilauf angemessen ist. Intensiv genutzte Grünflächen, dort, wo viel gemäht, viel herumgelaufen und viel Sport gemacht wird, eignen sich aus Naturschutzsicht für Freilauf, da hier ohnehin keine Wildtiere leben oder seltene Pflanzen wachsen.
Ein gutes Beispiel ist der Hechtpark, wo keine Wildtiere ansässig sind.
Andere Orte, die von Hundebesitzer:innen in Foren gerne angepriesen werden, sind leider denkbar ungeeignet, wie der Dresdner Heller oder die Heide. Die sind kein Hundespielplatz, sondern Zuhause von Wildtieren, und dort richten freilaufende Hunde richtig Schaden an. Das gilt auch für den größeren Teil der Elbwiesen, ausgenommen die Abschnitte, wo wir Menschen ohnehin in Scharen herumtraben!
An vielen sensiblen Orten ist sowieso Leinenpflicht, aber nicht immer. Also checkt die Lage – zwitschert es viel? Steht das Gras hoch? Dann sind da sicher jede Menge Tiere um euch herum, die ihr noch nicht entdeckt habt, und denen euer Hund – egal wie lieb oder klein – richtig Stress macht.
Zwar gibt es in Dresden keine Auslaufflächen, aber wo Hunde nicht freilaufen dürfen, hat die Stadt ziemlich unmissverständlich aufgeschrieben:
Leinenzwang besteht in Dresden in folgenden Bereichen:
• Gebiete der Altstadt,
• Gebiete der Neustadt,
• im Bereich der Fahrgastunterstände an Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel
• bei Menschenansammlungen.
Zudem ist es nach Naturschutzrecht in folgenden Schutzgebieten verboten, Hunde unangeleint laufen zu lassen:
• Landschaftsschutzgebiet "Dresdner Heide",
• Naturschutzgebiet "Dresdner Elbtalhänge".
(Der Leinenzwang gilt nicht für Jagdhunde im weidgerechten Einsatz und nicht für für Dienst- und Blindenführhunde.)
(Wir hoffen, dass die Stadt auch auf der Angebotsseite mal was in Angriff nimmt!)
Und kleiner Tipp zum Schluss:
Wer einen sicheren, eingezäunten Bereich sucht, weil der Hund eventuell doch Jagdtrieb besitzt, findet beim Verein „Leinen ab" e.V. in Dresden eine umzäunte Hundewiese. Diese ist für Mitglieder oder nach vorheriger Anmeldung nutzbar. Da treffen Mensch und Hund dann auch jede Menge Artgenossen, also immer eine gute Party für euren Hund!
"Natur mit Hund" ist Teil des Projektes “Naturwissen teilen”. Das Projekt verbindet naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit mit dem Ziel, mehr Menschen für die Bedeutung und Funktionsweise von Naturschutzarbeit zu sensibilisieren. Dieses Projekt wird über den ELER-Fonds ermöglicht und kofinanziert.