Regionalgruppe Dresden

Exkursion: Naturschätze im Ostragehege

22. Mai 2024 | Naturschutz, Umweltbildung, Praktischer Naturschutz

BUND Dresden | Victor Smolinski

Am Sonntag, den 18. Mai trafen wir uns um 10 Uhr zu einem „Frühlingsspaziergang“ im Ostragehege. Das Ostragehege ist den meisten Menschen als Veranstaltungsgelände, Gewerbestandort und Sportpark bekannt. Weit weniger bekannt ist seine große Bedeutung als wertvoller Naturraum mitten in der sächsischen Landeshauptstadt! Die Exkursion startete an der Haltestelle Messe Gleisschleife, dann ging es über die Pieschener Allee, zum ehemaligen Fähranleger, über die Wiesen und wieder zurück zur Haltestelle.

Das Ostragehege ist klassifiziert als „Landschaftsschutzgebiet“ und das Zuhause von verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, von denen leider auch einige bedroht sind und auf der Roten Liste stehen. Das Gebiet bildet die Grundlage für komplexe Lebensgemeinschaften und bietet beispielsweise dem Gartenrotschwanz oder dem Grünspecht Lebensraum. Letzterer schafft durch das hacken an den Bäumen Lebensgrundlagen, von denen auch andere Tiere profitieren. Es entsteht Totholz, in dem Käfer leben können, und Höhlen, die beispielsweise auch Fledermäuse nutzen. Fast alle naturnahen Flächen des Ostrageheges gehören zum Flora-Fauna-Habitat (FFH) und zum gleichnamigen Vogelschutzgebiet „Elbtal zwischen Schöna und Mühlberg“. Als FFH-Lebensraum beherbergt auch die Elbe, als Fluss mit Schwammbänken, viele verschiedene Arten. Verschiedene heimische Tier- und Pflanzenarten, wie zum Beispiel die Teichmuschel, sind durch die invasive Ausbreitung von Neozoen bedroht. Auch auf den Wiesen des Ostrageheges konkurrieren Arten wie die Kleine Wiesenraute (Rote Liste), das Wiesen-Labkraut oder die Schafgarbe mit Neophyten wie der Orientalischen Zackenschote.

Es droht auch noch eine weitere Gefahr für die Lebensräume von Tieren und Pflanzen. Akutell wird wieder über eine Elbquerung in Form einer Brücke oder einer Fährverbindung zwischen Pieschen und dem Ostragehege diskutiert. Die Auenlandschaften entlang der Elbe sind von großer Bedeutung für den Biotopverbund, den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Hochwasserschutz. Eine Querung würde einen Eingriff in die lokale Umwelt bedeuten und durch naturnahe Strukturen führen (Weitere Informationen: Offener Brief Prüfung Fähranbindung Pieschen)

Der „Frühlingsspaziergang“ hat allen Teilnehmenden verdeutlicht: das Ostragehege ist die Lebensgrundlage für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten und von großer Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt. Für seinen Erhalt als Schutzgebiet muss sich weiterhin eingesetzt werden.  

Bei Interesse an weiteren Informationen über die Natur des Ostrageheges und seiner Entwicklung, lest gerne das Positionspapier zum Ostragehege, welches 2023 von der AG Naturschutz des BUND verfasst wurde.

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