1. Strategie für Klimaschutz und einen konstruktiven Dialog
Im Jahr 2035 ist Dresden klimaneutral (Netto-Null). In unserer Vision ist Dresden eine Stadt mit sauberer Luft, ruhigen Straßen, grünen Dächern und Häusern, die mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Öffentliche Gebäude und Verkehrsmittel sind klimafreundlich, Müll wird stark reduziert, und Energie kommt aus Sonne, Wind und Wasser. Es gibt weniger Autos, mehr Fahrradwege und viele grüne Orte, an denen Menschen sich begegnen können. Diese Stadt fühlt sich gerecht, lebenswert und modern an – für uns und für alle, die nach uns kommen. In unserer Stadt sprechen alle Generationen miteinander – nicht übereinander. Klimaschutz ist kein Randthema mehr, sondern eine gemeinsame Aufgabe, die auf Respekt, Wissen und Mitbestimmung basiert.
Obwohl der Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist, hat Dresden bisher noch kein verbindliches Klimaschutzkonzept verabschiedet. Eine Klimaneutralität "bis deutlich vor 2050", wie momentan von der Stadt geplant, ist viel zu spät, um unumkehrbare Klimaveränderungen zu verhindern. Denn, wenn Kipppunkte erreicht werden, droht die Erderwärmung unaufhaltbar zu werden. Dresden muss daran mitwirken, dass Deutschland seinen Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels leisten kann. Das ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit! In der Öffentlichkeit hat Klimaschutz an Anerkennung und Aufmerksamkeit verloren. Viele Menschen sind abgeschreckt oder beschäftigen sich nicht mehr ernsthaft mit dem Thema. Auch wir jungen Menschen werden oft nicht gehört oder als zu radikal abgestempelt. Dabei haben wir gute Ideen, wie man etwas verändern kann. Statt uns zu ignorieren, wünschen wir uns Gespräche auf Augenhöhe – mit echter Beteiligung an Entscheidungen.
© Verena Herbst
1. Verabschiedung eines verbindlichen Klimaschutzkonzepts für Dresden mit dem Ziel der Klimaneutralität (Netto-Null) bis 2035 mit einem Ausstoß-Zielwert von maximal 329.900t CO2-Äquivalenten pro Jahr.
2. Einbeziehung von Fachexpert:innen zur jährlichen Überprüfung der Fortschritte und zum Aussprechen von Empfehlungen (Klimabeirat).
3. Einrichtung eines Budgets im städtischen Haushalt, um das Klimaschutzkonzept umzusetzen.
4. Politische Programme zur finanziellen Förderung lokaler Klimaschutzinitiativen aufsetzen und Anerkennung des Engagements von Jugendlichen in der Öffentlichkeit fördern.
5. Offensive für einen konstruktiven Diskurs über Klimaschutz starten und alle Akteure der Stadtgesellschaft zusammenbringen bspw. durch eine Klimakampagne auf Social Media (Instagram) und der lokalen Presse.
2. Generationengerechte Stadtgestaltung
Unsere Stadt ist generationengerecht, lebendig und grün. Asphaltflächen verwandeln sich in Parks, Plätze werden zu Erlebnisräumen, und jede Ecke lädt zum Spielen und Entdecken ein. Öffentliche Räume sind sicher, vielfältig und inklusiv – gestaltet von und für Kinder und Jugendliche. Sie fördern Respekt, Solidarität und Gleichberechtigung aller Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder sozialem Hintergrund.
Obwohl Dresden eine der grünsten Städte in Europa ist, sind immer noch viele Flächen betoniert und überhitzen sich im Sommer. Es fehlt an attraktiven Außenangeboten für Kinder und Jugendliche, was sich negativ auf ihre Gesundheit und das soziale Miteinander auswirkt. Kinder und Jugendliche werden zu selten in Planungsprozesse eingebunden, obwohl sie wichtige Perspektiven einbringen könnten. Es ist ungerecht, dass die natürlichen Ressourcen des Planeten auf Kosten kommender Generationen ausgebeutet werden.
© Verena Herbst
6. Klimaschutzgespräche zwischen Jugendlichen und Stadtrat etablieren - bspw. durch eine Fortführung des Jugendklimarates.
7. Sichere Schulwege schaffen, wo Kinder und Jugendliche sich sicher mit dem Fahrrad oder zu Fuß fortbewegen können – ohne Angst vor dem Autoverkehr.
8. Ausbau von Spielplätzen und Freizeitangeboten unter aktiver Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei der Planung.
9. Umwandlung asphaltierter Flächen im Zentrum in Grünflächen mit Bäumen, Rasenzonen und Versickerungsmöglichkeiten. Förderung von kleinen Parks und grünen Inseln im gesamten Stadtgebiet zur Verbesserung des Mikroklimas und zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts.
10. Einführung autofreier Zonen in der Innenstadt bis 2030, unter Beibehaltung von Zufahrtsmöglichkeiten für Rettungskräfte, Entsorgungsdienste und mobilitätseingeschränkte Menschen.
3. Verantwortung übernehmen und Artenvielfalt fördern
In unserer Stadt der Zukunft sind Tiere willkommen. In jeder Ecke wurden Tiere mitgedacht und Lebensräume geschaffen. Überall gibt es grüne Inseln, in denen Pflanzen blühen, Insekten summen und Vögel nisten. Betonwüsten wurden in grüne Oasen verwandelt. Asphaltflächen wurden reduziert, Bäume gepflanzt und Wasser kann wieder versickern. Stadtnatur ist lebendig, artenreich und allen zugänglich.
Durch den Klimawandel, den Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen werden weltweit immer mehr Tier- und Pflanzenarten bedroht oder ausgelöscht. Auch in Dresden spüren wir die Folgen: Weniger Insekten, weniger Vögel, weniger Vielfalt in unserer Umgebung. Gleichzeitig gibt es in vielen Stadtteilen kaum Rückzugsorte für Tiere. Versiegelte Flächen verhindern die Versickerung von Regenwasser, was das Stadtklima verschlechtert. Sterile und strukturarme Plätze, versiegelte Flächen sowie fehlende Nistmöglichkeiten verschärfen das Problem. Dabei verlieren auch wir Menschen den Bezug zur Natur, weil wir ihr im Alltag kaum begegnen.
© Verena Herbst
11. Schaffung neuer Lebensräume für bedrohte Tierarten in und um Dresden - Versiegelte Flächen entsiegeln und in grüne Lebensräume und Begegnungsorte mit Hochbeeten, Sitzmöglichkeiten und bienenfreundlicher Bepflanzung umwandeln. Zur Umgestaltung sollen klimaresiliente Pflanzen bevorzugt eingesetzt werden.
12. Artenschutz muss bei allen städtischen Bau- und Entwicklungsprojekten mitgedacht werden – zum Beispiel durch grüne Dächer, Nistplätze, Wasserstellen und Blühflächen (Animal Aided Design).
13. Ausbau von Bildungsangeboten über Tiere und Natur, insbesondere durch Erlebnispfade und Umweltbildungszentren.
14. Den Zoo als wirklichen Schutzort für bedrohte Arten mit einer tier- und artgerechten Haltung weiterentwickeln und ihn ausbauen, um besser und gezielter Wissen zu den Auswirkungen des Klimawandels zu vermitteln. Unterstützung und Ausbau von Auffangstationen und Schutzprojekten bedrohter Lebensräume auf lokaler und besonders globaler Ebene.
4. Mobilitätswende jetzt!
In unserer Stadt der Zukunft bewegen sich die Menschen klimafreundlich, sicher und schnell fort. Fahrradfahren ist überall möglich, weil es durchgehende, breite und sichere Fahrradwege gibt. Busse und Bahnen fahren zuverlässig, häufig und sind für alle bezahlbar. Die Straßen gehören nicht mehr allein den Autos, sondern sind gerechter aufgeteilt: für Kinder, Fußgänger:innen, Radfahrende und den ÖPNV. Die Stadt ist leiser, sauberer und lebenswerter.
Dresden ist aktuell stark auf das Auto ausgerichtet. Alternativen zum Auto sind unzureichend ausgebaut. Es fehlt an sicheren Fahrradwegen, besonders entlang viel befahrener Straßen. Öffentliche Verkehrsmittel sind oft überfüllt, unpünktlich oder zu teuer – besonders in den Außenbezirken. Manche von uns trauen sich nicht, mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, weil sie Angst haben, im dichten Verkehr von Autos übersehen zu werden.
© Verena Herbst
15. Im Stadtgebiet sollen alternative Verkehrsmittel schneller sein als das Auto, damit sie eine attraktive und effiziente Option darstellen.
16. Der Jugendklimarat unterstützt die Forderungen des Fuß- und Radentscheides Dresden. Der Stadtrat soll das Bürgerbegehren annehmen und die Forderungen umsetzen. Alternativen zum Auto müssen ausgebaut werden.
17. Stärkung des ÖPNV in Randbereichen. Mehr Busse mit kürzeren Takten– vor allem in Dörfern und am Stadtrand sowie die Förderung von Fahrgemeinschaften.
18. Ausbau von Straßenbahn- und Buslinien im gesamten Stadtgebiet.
19. Komfortable und sichere ÖPNV-Haltestellen mit attraktiven begrünten Wartezonen.
20. Tempo-30 Zonen in allen Innenstadtbereichen einführen.
21. Die öffentliche Finanzierung des ÖPNV muss gestärkt werden, um soziale Gerechtigkeit zu fördern. Mobilität darf keine Frage des Einkommens sein.
5. Schulen als Orte des gelebten Klimaschutzes
Jede Schule in Dresden ist ein Vorbild für gelebten Klimaschutz. Dächer voller Solaranlagen, Schulhöfe als grüne Oasen und AGs, in denen man wirklich etwas bewirken kann.
Viele Schüler:innen engagieren sich bereits jetzt in Klima-AGs und Projekten. Aber oft fehlt es an Unterstützung und an konkreten Möglichkeiten, ihre Ideen umzusetzen. Besonders Schulen in öffentlicher Hand müssen klimafreundlicher werden – von der Energieversorgung bis zur Gestaltung der Schulhöfe. Es braucht mehr Raum, mehr Mittel und mehr Mut zur Veränderung.
© Verena Herbst
22. Jede Schule soll ein eigenes Klimaschutzkonzept mit Schüler:innenbeteiligung entwickeln.
23. Solaranlagen auf allen geeigneten Schuldächern installieren.
24. Betonflächen auf Schulhöfen entsiegeln und begrünen.
25. Ausbau von Klima-AGs und Umweltprojekten durch gezielte Förderung.
26. Unterstützung von Austauschformaten zwischen den Schulen auf Schüler:innen-Ebene und auf Lehrkräfte-Ebene.
27. Mindestens ein veganes oder vegetarisches Essensangebot pro Tag und Achtung von strengsten Haltungsformen bei den Gerichten mit tierischen Produkten in allen Schul-Cafeterien und öffentlichen Einrichtungen. Bei der Auftragsvergabe städtischer Einrichtungen muss darauf geachtet werden.