Regionalgruppe Dresden

Ahoi Sense, Tschüss Rasenmäher! – Care4Nature-Camp 2023

18. August 2023 | Naturschutz, Praktischer Naturschutz

Vom 14. bis 20. August lief das dritte deutsch-tschechische „Care4Nature-Camp“ in Oberwiesenthal. Dieses wurde veranstaltet vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der tschechischen Naturschutzorganisation Český svaz ochránců přírody (ČSOP) Ophidia (übersetzt: Tschechische Union für Naturschutz) in Litoměřice.

Während die aktiven jungen Sachsen seit mittlerweile 10 Jahren die Steilhänge des Zechengrunds und die Kalkbrüche von Hammerunterwiesenthal pflegen, packten in diesem Jahr wieder insgesamt 20 junge Erwachsene aus Tschechien und Deutschland gemeinsam für die Artenvielfalt und den Naturschutz im Grenzgebiet an. Bereits seit 2014 veranstaltet der BUND jährlich ein Naturschutzcamp am Fichtelberg. Dieses Jahr fand es zum dritten Mal im Kontext der deutsch-tschechischen Begegnung statt.

Hier ein paar Eindrücke des diesjährigen Camps:

Am Montag war die Ankunft, es gab Kennenlernspiele und eine Einführung ins Erzgebirge und seine Besonderheiten. Am Dienstag ging es dann nach dem Frühstück direkt auf die Pflegeflächen im Zechengrund bei Oberwiesenthal an der deutsch-tschechischen Grenze.

Nach dem einem Kurs zum Sensen – der traditionellen Handmahd – bei Norman Döring begann die Bearbeitung von drei Flächen im Zechgrund. Das Sensen dient vor allem dem Artenschutz. Die besonders wertvollen Wiesen würden ohne die Pflege verbuschen und der Verlust vieler streng geschützter Arten, nach Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH), wäre unvermeidlich. Im Anschluss wurde das Mahdgut zusammen gerecht und von den Flächen entfernt.

Am Freitag ging es weiter auf einer Fläche bei České Hamry (Böhmisch Hammer). Dort setzen sich die jungen Naturschützer dafür ein, letzte Reste von Kalkmagerrasen im böhmischen Erzgebirge zu retten. Diese sind in den letzten Jahrzehnten fast komplett vom Wald erobert worden, weil die althergebrachte Mahd und Beweidung schon vor Jahrzehnten zum Erliegen gekommen ist oder Flächen aufgeforstet wurden. Der hier noch in winzigen Restbeständen vorkommende Bittere Enzian, das Katzenpfötchen (früher eine wertvolle Heilpflanze) – Arten, von denen kaum noch jemand weiß, da sie aus der Landschaft fast komplett verschwunden sind – sollen so vor dem Aussterben gerettet werden.

Weiter gab es bisher auch einen Artenschutzworkshop, einen Spieltag mit Seilklettern und einen Grillabend. Ziel des Camps ist ist es, neben den konkreten Pflege- und Artenschutzmaßnahmen junge Leute für den Naturschutz zu begeistern.

„Es begeistert mich vor allem die Hilfsbereit der jungen Menschen zu sehen. Du kannst keinen Meter weit mit Geräten im Arm gehen, schon wirst Du auf Deutsch oder Tschechisch gefragt, ob du Hilfe brauchst. Das Zusammenarbeiten bereitet mir große Freude!“, sagt Alena, die in diesem Jahr erstmalig im Camp als Betreuerin seitens des BUND Dresden dabei war.

Wegen des internationalen Ansatzes wurde das vormalige BUND-„natURsprung“-Camp umgetauft in „Care4Nature“. Alle Teilnehmer sollen den Sinn verstehen – mit der englischen Sprache als wichtige Brücke. Nur wenige der deutschen und tschechischen Teilnehmer sprechen die Sprache des jeweiligen Partnerlandes. Dafür sind Dolmetscher mit vor Ort.

Das Care4Nature Camp 2023 wurde gefördert durch das BMFSFJ und das Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch - Tandem sowie durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

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