Regionalgruppe Dresden

Beleuchtung des Elberadweges: Natur muss vor Lichtverschmutzung geschützt werden

24. Januar 2024 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz

Am Donnerstag, 25.01.24, soll der Stadtrat über einen Antrag der FDP-Fraktion entscheiden, die Fuß- und Radwegbeleuchtung am Elberadweg zu verbessern bzw. überhaupt erst zu schaffen. Der BUND Dresden begrüßt das Anliegen, den Fuß- und Radverkehr im Sinne der Mobilitätswende zu stärken sowie die vorgeschlagenen Ansätze einer bedarfsorientierten, umweltschonenden Beleuchtung. Dennoch fürchtet der BUND Dresden, dass diese Ansätze nicht weit genug gehen und wendet sich kurzfristig mit einem offenen Brief an den Stadtrat und die Stadtverwaltung.

„Der Elberadweg verläuft durch das Landschaftsschutzgebiet „Dresdner Elbwiesen und Altarme“ und das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Elbtal zwischen Schöna und Mühlberg”. Durch seine Nähe zur Elbe muss eine Beleuchtung aus naturschutzfachlicher Sicht besonders kritisch geprüft werden. Naturflächen an Gewässern sind sehr artenreich und wichtig für stabile Ökosysteme. Künstliches nächtliches Licht schadet Tieren, Pflanzen und ganzen Ökosystemen. Auch das Leben im Wasser ist sehr lichtsensibel. Dabei muss man bedenken, dass Leuchten auf den ebenen Elbwiesen weithin strahlen können“, erklärt Jenny Förster, Vorstandsmitglied des BUND Dresden.

Für den BUND Dresden sollte vor dem Hintergrund der Umweltbelastung genauestens abgewogen werden, inwieweit die Beleuchtung des Elberadwegs tatsächlich zur Mobilitätswende in Dresden beiträgt, welche Priorität die Maßnahme vor dem Hintergrund des tatsächlichen Bedarfs und ihrer Kosten haben sollte und ob die Beleuchtung zu einer Verringerung von Unfällen beitragen wird. Im Falle ihrer Einrichtung sollten alle Aspekte einer insektenschonenden Beleuchtung konsequent umgesetzt werden.

„Außer Frage steht, dass die Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur in Dresden dringend gestärkt werden muss. Dennoch darf dies eben nicht zu Lasten der Natur gehen. Auf keinen Fall brauchen wir Schaufenster-Projekte, mit denen sich Verhinderer einer echten Mobilitätswende in Dresden als ökologisch darstellen können“, so Förster weiter. „Artenreiche Naturräume wie die Elbwiesen sind ein Schatz bezüglich unserer städtischen Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie auch der Sicherheit vor dem Hintergrund der eskalierenden Klima- und Artenkrise. Wenn wir sie langfristig erhalten wollen, sollten wir uns gut überlegen, ob wir nicht auch auf die ein oder andere Nutzung verzichten können.“
 

Weitere Informationen:

Pressekontakt
Louise Hummel-Schröter | Vorstandsmitglied des BUND Dresden/Öffentlichkeitsarbeit | louise.hummel-schroeter [at] bund-dresden.de

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