Regionalgruppe Dresden

8. Faustregel: Karpfen ist ein klimafreundlicher Fisch.

Die Meere sind überfischt, aber auch Aquakultur ist nicht das Allheilmittel.

©BUND Dresden // blendeauf

Wir kommen nun zur 8. Faustregel.. Hier begegnet uns die Karotte. Diese steht symbolisch für die Pflanzen, die Karpfen fressen. Und das ist ein wichtiger Punkt, warum Karpfen ein klimafreundlicher Fisch ist. Dieser gehört zu den Friedfischen und kann in Aquakulturen neben Mückenlarven, Maden, Raupen und Insekten auch mit pflanzllicher Nahrung gefüttert werden. (derkarpfenangler.de) Das ist wichtig, da an viele andere Fische Fischmehl verfüttert wird, was wiederum aus Meeresfischen hergestellt wird. (bund.net)

Nun zur Karotte: Ursprünglich waren Möhren weiß oder violett. Im 16. Jahrhundert kamen niederländische Pflanzenzüchter jedoch auf die Idee, Prinz Willem van Oranje die Karotte zu widmen. So entstand die Färbung, die sich dann durchsetzte. (wiwo.de) Die Möhre hat noch mehr zu bieten: ihr Grün. Das ist nämlich essbar und gesund. Wer auf diese Vitalstoff-Bomben nicht länger verzichten möchte, kann mit den Blättern zahlreicher Gemüsesorten grüne Smoothies, Salate, Eintöpfe, Pestos und andere gesunde Gerichte zaubern und verfeinern. Essbar sind die Blätter von Karotten, Kohlrabi, Rote Beete. Aber nicht alle Blätter sind genießbar schaut doch mal bei © smarticular.net rein, was es da für Rezeptideen gibt.

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24.10. Überfischung

Das Problem der Überfischung zeigte sich in den 80er-Jahren, als die Fischmengen in Nord- und Ostsee zurückgingen. Das Problem wurde damals scheinbar gelöst, indem neue Fischfangregionen aufgesucht wurden. Das stößt heute an seine Grenzen, da inzwischen große Teile der Ozeane als überfischt gelten. Die Bestände erholen sich nicht einfach dadurch, dass ein paar Jahre der Fischfang ausgesetzt wird. Die freiwerdenden Lebensraumnischen im Ökosystem werden von anderen Fischarten besetzt. Selbst wenn Fangverbote eingeführt werden, kann dies dann noch zu einem Verschwinden von Arten führen. (bund.net)

Auch der Mensch bekommt die Überfischung direkt zu spüren. Einerseits drohen nicht nur höhere Fischpreise, sondern in den armen Küstenregionen Afrikas und Südamerikas führt es zu einem Engpass in der Nahrungsmittelversorgung. Dort hat die Überfischung vielerorts zu einer Verarmung der Küstenbevölkerung geführt. (bund.net)

Sicherlich liegt ein Teil der Verantwortung in den Händen der Politik, die durch Gesetze und Verordnungen nachhaltige Fischerei ermöglichen und fördern muss. Auch der Handel spielt eine wichtige Rolle, er muss das Angebot an nachhaltigen Produkten zur Verfügung stellen. Doch ein großer Teil der Verantwortung liegt bei uns Verbrauchern. Durch ein verändertes Verhalten nehmen wir Einfluss auf die Fischereiwirtschaft und unsere Nachfrage regelt auch das Angebot – das ist unsere Chance. (fishforward.eu)

Die technisch hoch gerüsteten und auf schnellen Profit bedachten großen Fangflotten leeren die Meere. Moderne Fangschiffe sind mit so gewaltigen Netzen ausgerüstet, dass bis zu 17 Jumbojets darin Platz fänden. Hinzu kommt modernste Ortungstechnik, so dass damit riesige Schwärme fast bis auf den letzten Fisch gefangen werden können. Es bleiben kaum noch genug Tiere übrig, um sich fortzupflanzen. Auch die kleineren Grundschleppnetze für den Fang von Seezungen, Schollen und Krabben sind nicht weniger problematisch. Dabei durchpflügen schwere Eisenketten den Lebensraum von Krebsen, Muscheln und Würmern und hinterlassen so einen Streifen der Verwüstung. In der Ostsee werden Stellnetze verwendet. Diese sind eine ständige Gefahr für die seltenen Schweinswale und Seevögel. Von darin zappelnden Fischen angelockt, verfangen sich die Tiere in den Netzen und ertrinken qualvoll. (bund.net)

Die Politik gibt Fangmengen vor = Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP). Darin wird festgelegt, wie viel Fisch in einem Jahr aus den Gewässern entnommen werden darf. Den politischen Reformen zum Trotz werden bei mehr als 40 % der Fischbestände im Nordostatlantik die Vorgaben nicht eingehalten. (stecf)

26.10. Karpfen

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Karpfen hat einen schlechten Ruf. Leider. Denn Karpfen kann nachhaltig gehalten werden. Das kann man leider nicht von vielen Fischen behaupten. Karpfen ernährt sich in einer naturnahen Teichwirtschaft gehalten, hauptsächlich von Zooplankton und Insekten im Boden – also dem, was es natürlicherweise vor Ort gibt. Dabei nimmt der Fisch langkettige Omega-3-Fettsäuren auf. Das sind sehr wertvolle, langkettige Fettsäuren, die man sonst vor allem von den Seefischen her kennt. 

Ein Grund, warum Karpfen häufig gemieden wird, ist: er schmeckt muffig. Das ist jedoch ein Vorurteil. Natürlicherweise hat er einen feinen Geschmack, der eher an gekochte Kartoffeln erinnert. Der erdige Geschmack kommt daher, wenn der/die Fischhändler*in den Fisch nicht lange genug gewässert hat.

Karpfen enthalten viele hauchdünne Ypsilon-Gräten, die fest im Karpfenfleisch sitzen. Das stimmt. Aber mit sogenannten "Grätenschneidern" lassen sich die feinen Gräten im Filet zerschneiden. Im Fischhandel finden sich meist Filets, die grätengeschnitten sind. (oekolandbau.de) Im Netz findet man auch Anleitungen wie der Fisch zuhause zu filetieren geht. Wer keinen filetierten Fisch bekommt. Bei den so zubereiteten Karpfen stören die Gräten nicht mehr. Probiert es mal aus!

 

 

 

28.10. Vortrag: Zustand der Fischbestände

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Am 28.10. um 18 Uhr wird uns Referent Jörg Schwertfeger Einblicke in den Zustand der Meere und ihrer Bewohner gewären.

Über 100 Millionen Tonnen Fisch werden heute jährlich aus den Meeren gefangen. Dabei ist der "wertlose" Beifang", der über Bord oder in die Netze geht und verendet, nicht eingerchnet sowie die vielen Fische, die immer häufiger Piratenfischern zum Opfer fallen. China ist inzwischen die größte Fischfangnation, deren Fangflotte fast ein Fünftel der weltweiten Fischmenge abschöpfen.

In der Nord- und Ostsee sind es hauptsächlich Fangflotten aus Norwegen, Dänemark und Spanien, die jährlich ca. 3,1 Millionen Tonnen Fisch fangen. Mit rund 251.000 Tonnen Fisch liegt die deutsche Fischereiflotte im europäischen Mittelfeld, wobei sie sich hauptsächlich kleine Fischarten wie Hering, Wittling und Sprotte gefangen werden. (bund.net)

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